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I. Europäischer
Sicherheits-Congress Innsbruck 2005 European Security Conference Innsbruck (ESCI) Leitthema: Europäisches Krisenmanagement 9.-11. September 2005 Aula der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
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Kurzbericht
Ziviles Krisenmanagement ist nicht erst seit den vergangenen Naturkatastrophen ein wichtiges Element europäischer Außen- und Sicherheitspolitik, sondern spielt vor allem bei der internationalen Konflikt- und Krisenbewältigung eine zunehmend wichtigere Rolle. Dem trug der erstmalige Europäische Sicherheits-Congress in Innsbruck (ESCI) vom 9.-11. September 2005 Rechnung. Organisiert und veranstaltet wurde diese hochkarätig besetzte Veranstaltung vom Stiftungslehrstuhl für Europäische Sicherheitspolitik, in Person von Univ.-Prof. Dr. Alexander Siedschlag. Geboten wurde ein breites Spektrum der verschiedenen Möglichkeiten des Zusammenwirkens sicherheitspolitischer Akteure.
Unter dem diesjährigen Leitthema „Europäisches Krisenmanagement“ wurden in erster Linie die Möglichkeiten der Europäischen Union bei der Konfliktprävention wie auch beim Konfliktmanagement erörtert. Nicht nur angesichts der aktuellen Naturkatastrophen in Mitteleuropa und im Süden der USA zeigt sich die Bedeutung einer funktionalen Bedrohungsanalyse und der daraus erwachsenden Anforderungen an zivil-militärisches Zusammenwirken.
Trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten innerhalb der Europäischen Union kann gerade die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik auf eine fortschreitende Vertiefung zurückblicken. Regen Diskussionsstoff lieferten in dieser Hinsicht die Europäische Sicherheitsstrategie und die in ihr festgeschriebenen Absichten. Will sich die Europäische Union in Zukunft zunehmend als globaler Akteur engagieren, so erfordert dies in erster Linie gemeinsame Standpunkte und den Willen ihrer Mitgliedstaaten, auch die entsprechenden Mittel dafür aufzubringen.
Das Verhältnis der Europäischen Union zu den USA wurde in den Diskussionen genauso kontrovers diskutiert wie der Einsatz militärischer Mittel zur Konfliktbearbeitung. Anhand verschiedenster Fallbeispiele vom Kosovo bis nach Afrika wurden Möglichkeiten und Grenzen dieser Zusammenarbeit untersucht. Die zukünftigen Möglichkeiten für Österreich, sich am Krisenmanagement zu beteiligen, liegen vor allem auf europäischer Ebene. Es ist daher mittelfristig mit einer stärkeren Beteiligung Österreichs an Einsätzen im Rahmen der Europäischen Union zu rechnen. Nicht zuletzt deshalb, weil Österreich viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat, und auf eine lange Tradition der Beteiligung an internationalen Einsätzen zurückblicken kann.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Konferenz war die Zusammenführung von Praxis und Theorie, also Wissenschaftler im Bereich Sicherheitspolitik sowie hochrangige Militärs und Praktiker aus Politik und Administration. Diese Mischung machte den besonderen Reiz der Podiumsdiskussionen aus, bei denen die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Krisenmanagement besonders deutlich erkennbar wurden. Somit wurde der Europäische Sicherheits-Congress nicht nur für das Fachpublikum, sondern auch für den interessierten Besucher zu einem Podium der Meinungsvielfalt und des Gedankenaustauschs.
12. September 2005
Dorothea Winckler und Jodok Troy, Stiftungslehrstuhl für Europäische
Sicherheitspolitik an der Universität Innsbruck
www.european-security.info